Arbeiter ohne Eigenschaften: Über die Subjektivierungsweisen by Saša Bosančić

By Saša Bosančić

Ausgangspunkt für die Untersuchung bildet der ökonomische Strukturwandel, der auch als der Übergang zu einer Wissensgesellschaft beschrieben wird. Saša Bosančić analysiert in einer qualitativen Studie, welche Subjektivierungsweisen sich für angelernte Arbeiter vor dem Hintergrund eines seit den 1970er Jahren stattfindenden ökonomischen Strukturwandels und der damit einhergehenden Marginalisierung von Arbeitermilieus ergeben. Dabei wird Subjektivierung in Anlehnung an die Wissenssoziologische Diskursanalyse von Reiner Keller als ein Prozess der identitären Selbst- und Fremdpositionierung verstanden. Die zentrale Fragestellung lautet, ob und inwieweit hegemoniale Diskurse (wie die zur Bildungs- und Wissensgesellschaft oder zur Flexibilität und zur Kreativität) neben den betrieblich-strukturellen und biographisch-alltäglichen Kontexten die Selbstverhältnisse der angelernten Arbeiter zu beeinflussen vermögen.

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Sie an den unternehmerischen Verwertungsinteressen auszurichten (vgl. 5). Die Subjektivierung von Arbeit als Entgrenzung von Normalarbeit,48 die sich auf die betriebliche Ebene der Nutzung von Arbeitskraft im Produktionsprozess bezieht, wird durch weitere Entgrenzungsprozesse im Bereich der Personalpolitik ergänzt und in der Forschung mit dem Schlagwort Flexibilisierung in den Blick genommen. Flexibilisierung meint dabei die vielfältige Zunahme von Beschäftigungsverhältnissen; ebenso werden damit die Veränderungen im Bereich der Arbeitszeit und in Bezug auf den Arbeitsort angesprochen sowie die dynamisierten Qualifikationsanforderungen (Minssen 2006: 166).

Große Privatinvestoren treten auf den Plan, unter anderem die sog. Investmentfonds, die Geld von Großanlegern einsammeln und Firmen aufkaufen oder sich in großem Umfang an Firmen beteiligen und somit das Recht erwerben, von den Gewinnen zu profitieren. Die neuen Eigentümer nehmen – anders als in fordistischen Unternehmen – auf erhebliche Weise Einfluss auf die investitions-, organisations- und produktionsbezogenen Entscheidungen des Managements. Die Renditeerwartungen der Kapitaleigner orientieren sich dabei nicht mehr an den realwirtschaftlich sinnvollen Möglichkeiten, sondern an den Gewinnmöglichkeiten von hochspekulativen Finanzmarktprodukten.

2). 46 2. 40 In Deutschland entstand eine weitverzweigte Debatte41 um die Humanisierung der Arbeit: Unter dem Eindruck der „großen Weigerung“ (Gorz), dem gesellschaftlichen Willen zur Veränderung und verstärkt durch zunehmende Tendenzen der Leistungsverweigerung sowie der sinkenden Arbeitsmotivation infolge der tayloristischen Arbeitsorganisation verabschiedete die sozialliberale Koalition im Jahre 1974 das Reformprogramm Humanisierung des Arbeitslebens (Keil/Arendt 1976). Im Zentrum der Humanisierungsdebatte wurde die Autonomie der Arbeiter als die entscheidende Variable angesehen, um die Zufriedenheit mit der Arbeit und somit die Arbeitsmotivation zu steigern (MiklHorke 2007: 158).

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